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HerdenschutzhundeAuch Herdenschutzhunde arbeiten beim Schäfer und der Herde, sind jedoch keinesfalls mit Hütehunden zu verwechseln. Sie sollen die Schafe nicht hüten oder treiben, sondern gegenüber Viehdieben und auch Raubtieren beschützen. Daraus läßt sich leicht ableiten, dass es sich bei Herdenschutzhunden um Hunde von beeindruckender Erscheinung handeln muss: große, kräftige Tiere, die man allein aufgrund ihres Aussehens schon ernst nimmt. Herdenschutzhunde verbringen viel Zeit allein mit der Herde. Sie müssen selbständig entscheiden, was zu tun ist, wenn Gefahr droht - sie warten nicht auf ein Kommando des Schäfers, der die Herde nachts in der Obhut seiner Schutzhunde lässt und gar nicht vor Ort wäre, um ihnen Anweisungen zu erteilen. Der (bewusst herausgezüchtete) Schutztrieb ist daher in der Dämmerung und während der Nacht besonders stark ausgeprägt. Diese Merkmale des Herdenschutzhundes sind, wie auch seine ausgeprägten, scharfen Sinne, die ihn jederzeit registrieren lassen, was in seiner näheren und weiteren Umgebung geschieht, genetisch fixiert und so gewollt, denn nur so konnte und kann er seine Arbeit erledigen. Der Schutztrieb und das starke Territorialverhalten gehören zu den herausragenden Eigenschaften des Herdenschutzhundes. Grundsätzlich wird alles Fremde innerhalb seines Territoriums erst einmal zurückhaltend betrachtet und bei dem geringsten Anflug einer Gefahr für sein Rudel verjagt, wobei die Strategie dieser Hunde eher in der defensiven Abwehr liegt. Auf den externen Betrachter wirken "friedliche" Herdenschutzhunde eher verschlafen oder inaktiv. Dies liegt zumeist daran, dass der Herdenschutzhund (anders als z. B. die Hütehunde) die meiste Zeit dösend in seinem Revier liegt. Dennoch kann der vermeintlich dösende Hund sich in Sekundenschnelle zu einem imposanten Schutzhund verwandeln. Der sparsame und sinnvolle Einsatz seiner Kräfte ist maßgebend für den effektiven Schutz seiner anvertrauten Herde. Weder heute noch damals war es im Interesse eines Hirten, dass sein Herdenschutzhund jedem vermeintlichen Feind hinterher jagt und seine Energie nicht sinnvoll einteilt. Viel mehr beobachtet der gut geführte Herdenschutzhund den "Feind" aus sicherer Distanz, präsentiert sich diesem und macht sich deutlich bemerkbar - Energiesparen lautet die Devise. Entsprechend seinem ursprünglichen Aufgabengebiet und den dazugehörigen rauen Lebensbedingungen (oftmals in den Bergen) ist der Herdenschutzhund äußerst witterungsunempfindlich. Seine Fellpflege ist (bis auf die extrem langhaarigen Vertreter) unproblematisch. Herdenschutzhunde sind nicht aggressiver oder gefährlicher als andere Hunde. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften stellen sie jedoch bestimmte Anforderungen an ihr Zuhause. Eine innerstädtische Etagenwohnung ist ganz sicher nicht der richtige Lebensraum für Mastin, Pyrenäenberghund und Co. Herdenschutzhunde wollen aufpassen, sie wollen draußen sein (natürlich nicht ausschließlich), und die meisten von ihnen werden irgendwann einmal gewisse territoriale Tendenzen entwickeln, mit denen ihre Menschen umgehen können müssen. Denn natürlich kann man es nicht dem Hund überlassen zu entscheiden, ob Briefträger, Nachbar oder Kinderbesuch aufs Grundstück kommen dürfen oder nicht. Herdenschutzhunde sind im Allgemeinen nicht die richtige Wahl für absolute Hundeanfänger. Ihre Selbständigkeit führt dazu, dass sie sich Befehle gern erst einmal überlegen. Da es nichts niedlicheres gibt als einen plüschigen Pyrenäenberghundwelpen (Steifftieralarm...) ist es wichtig, sich vor einer Adoption in Erinnerung zu rufen, dass daraus einmal ein sehr großer und selbstbewusster Hund werden wird. |
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