Hund und Katz

Wer kennt nicht die Redewendung „Wie Hund und Katz“. Doch es muss nicht immer so sein, dass Hunde und Katzen sich spinnefeind sind. Wachsen sie miteinander auf, gibt es auch im Erwachsenenalter so gut wie niemals Probleme zwischen beiden. Aber auch die meisten erwachsene Hunde können lernen, dass Katzen zur Familie und nicht zur Gruppe der „Beutetiere“ gehören.

 Wir können bei Bedarf im Tierheim einen sogenannten Katzentest durchführen. Dabei führen wir einen Hund an der Leine in das Katzenzimmer des Tierheims und beobachten sein Verhalten und seine Reaktionen auf die Samtpfoten. Läuft ihm buchstäblich das Wasser im Munde zusammen, fängt er an, freudig mit den Zähnen zu klappern oder wirft er sich direkt enthusiastisch in die Leine, gilt der Katzentest als nicht bestanden. Einen solchen Hund vermitteln wir dann nicht in Familien, in denen schon Katzen leben. Verhält sich der Hund zurückhaltend, freundlich, möglichwerwiese sogar richtiggehend ängstlich, hat er den Katzentest bestanden. Das bedeutet allerdings lediglich, dass es sich bei dem getesteten Hund im Normalfall nicht um einen Katzenkiller handelt, der sich direkt auf die Samtpfoten im neuen Zuhause stürzen und ihnen den Garaus machen würde. Auch bei einem bestandenen Katzentest können wir nicht versprechen, dass nicht in der Anfangszeit Geduld und Konsequenz gefragt sein wird, die Tiere aneinander zu gewöhnen und miteinander zu vergesellschaften. Gerade zu Anfang ist es besonders wichtig, dass Hund und Katze sich ausschließlich unter Aufsicht ihrer Menschen begegnen und in den ersten Wochen niemals miteinander alleingelassen werden. Zu groß ist das Risiko, dass die Katze sich erschrecken und einen Blitzstart hinlegen könnte, der den Jagdtrieb im Hund wecken und aus einer spielerischen Situation im Handumdrehen bitteren Ernst machen könnte.

Bei der ersten Zusammenführung sollten sich Hund und Katze in einer ruhigen Situation und kontrollierbaren Umgebung begegnen. Ist das Erste, was der Hund von der Katze zu sehen bekommt, ihre panische Flucht vor ihm, legt das keinen guten Grundstein für ein entspanntes und harmonisches Miteinander.

Sollten Sie bereits einen Hund oder eine Katze in der Familie haben und nun ein weiteres Tier adoptieren wollen, sollten Sie auch unbedingt vorab Zuhause schon einmal testen, wie Ihr Hund auf Katzen reagiert oder wie Ihre Katze den Besuch eines befreundeten Hundes findet. Denn es muss gar nicht unbedingt nur am Hund liegen, wenn der Haussegen schief hängt, auch unter Katzen gibt es richtiggehende „Hundehasser“, für die das Zusammenleben mit einem Hund enormen Stress bedeuten würde (vom Stress für den Hund ganz zu schweigen). Auch wenn die Verletzungsgefahr für die Katzen durch die ihnen körperlich überlegenen Hunde größer ist, kann auch eine Katze mit einem gezielten Tatzenhieb ins Auge des Hundes erheblichen Schaden und große Verletzungen anrichten.

Damit so etwas nicht geschieht und Hund und Katze friedlich und entspannt neben- und miteinander leben können, sind Sie als Halter gefragt, Ihre vorhandenen Tiere vorab dahingehend einzuschätzen, ob sie mit einem neuen Hausgenossen glücklich sein könnten, und dann beiden bei der Gewöhnung aneinander zu helfen.