facebook

Movera

Seit das Tierheim Berga besteht, hat sich bereits einiges im spanischen Tierschutz verändert. Trotzdem gibt es auch in Berga noch immer viele Probleme und Nöte. In einem Land, in dem man sechs Wochen alte Hundewelpen im Geschäft kaufen und seinen nicht mehr gewollten, kerngesunden und vielleicht auch noch trächtigen Hund völlig legal in einer Tötungsstation zum Einschläfern abgeben kann, in dem jährlich Millionen von Menschen (45 Millionen in 2006, der Großteil davon Touristen) dem rituellen Blutrausch frönen und sich nichts dabei denken, ihre Kleinkinder dabei zusehen zu lassen, wie ein Mann in bunter Kostümierung 20 Minuten lang ein Tier quält und schließlich tötet, in einem solchen Land ist es ungleich schwerer, bei den Menschen ein Bewusstsein für den Wert von nichtmenschlichem, fühlendem und leidensfähigem Leben zu wecken. Katalonien hat eins der schärfsten Tierschutzgesetze Spaniens. Nirgendwo sonst gibt es in Spanien so viele Tierschutzvereine, die aktiv gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen. Seit Anfang 2007 gibt es in Katalonien keine Tötungsstationen mehr. Im innerspanischen Vergleich ist Katalionien im Tierschutz Vorreiter und nimmt eine Sonderstellung ein. Gänzlich anders sieht es in der Nachbarregion Aragón aus. Dort hat fast jedes Dorf seine eigene Stierkampfarena, und natürlich gibt es dort noch Tötungsstationen.

MoveraEine dieser sogenannten "Perreras" ist Movera (Bild links), nahe der Stadt Zaragoza, etwa 300 km von Berga entfernt.

Eine Handvoll tapferer Freiwilliger versucht dort vor Ort, den ungewollten, weg geworfenen und zum Töten abgegebenen Hunden zu helfen und finden sich dabei regelmäßig jenseits ihrer körperlichen und vor allem psychischen Grenzen. Seit Februar 2009 unterstützt das Tierheim Berga die Tierschützer aus Movera in ihrem verzweifelten Kampf. Wann immer es in Berga ein paar freie Zwinger gibt, fahren Carme oder Vicky nach Movera, um wenigstens einige der dort auf ihr Ende wartenden Hunde zu sich nach Berga in Sicherheit zu bringen und ihnen die Chance auf ein neues Leben zu geben.

Rettung aus MoveraDie Berganer hassen diese Fahrten nach Movera, sie haben Angst davor, was dieser grauenvolle Ort jedes Mal wieder mit ihnen macht. Aber sie fühlen, dass sie keine andere Wahl haben, als zu helfen.

So rettet jeder Hund, der aus Berga adoptiert wird, einem anderen Hund aus Movera das Leben.

Von Februar 2009 bis April 2011 haben insgesamt 178 Hunde den Weg von Movera nach Berga und in ein neues Leben gefunden.

Fast immer sind die Hunde aus Movera krank und unterernährt, sie werden in der Perrera nicht medizinisch versorgt (denn sie werden ja ohnehin getötet) und sind psychisch am Ende. Manchmal braucht es Tage, manchmal auch Wochen oder Monate, bis ein traumatisierter Hund den Weg zurück ins Leben findet.

Rettung aus MoveraAber egal wie lange es dauert oder was es kostet – es lohnt sich immer! Zu sehen, wie ein geschundenes, misshandeltes und weg geworfenes Wesen wieder Lebensfreude und Vertrauen entwickelt, das gibt den Menschen in Berga die Kraft, ihre Arbeit trotz aller Anstrengungen und Rückschläge immer weiter fortzusetzen.

Jedes Mal, wenn eine Rettung aus Movera bevorsteht, suchen wir Paten für die Rettung und Erstversorgung der geretteten Hunde.

 

Video von einer Rettungsaktion aus Movera (2009):