facebook

Seriöser Tierschutz

Was ist eigentlich seriöser Tierschutz und woran erkennt man ihn?

Wo hört Tierschutz auf und fängt Hundehandel an?

Wann machen Rettungsaktionen und Spendengelder Sinn, und wann stehen sie einer nachhaltigen Veränderung der Situation im jeweiligem Land vielleicht sogar im Weg - und was passiert eigentlich genau mit dem gespendeten Geld?

Es gibt in Deutschland sehr viele seriös arbeitenden Tierschutzvereine, sowohl im deutschen als auch im Auslandstierschutz, die einen beachtlichen Beitrag zu einer wenigstens ein kleines bisschen moralischeren Welt leisten. Besondern im Auslandstierschutz tummeln sich jedoch leider zuweilen auch einige schwarze Schafe, die entdeckt haben, dass man mit dem Handel von Auslandshunden (zumeist Welpen) gutes Geld machen kann.

Wir möchten uns aufs Eindringlichste von solchen Praktiken distanzieren.

Deshalb haben wir die folgenden Grundsätze aufgelistet, die uns in unserer Arbeit sehr wichtig sind:

Beratung und Betreuung

Uns ist wichtig, dass Sie uns vertrauen können, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben und beraten fühlen. Wir möchten Ihnen nicht unseren größten Notfall aufs Auge drücken, sondern den Hund für Sie finden, der zu Ihnen passt. Tierschutz bedeutet nicht, einen Hund möglichst schnell aus dem Tierheim zu bekommen und dann komme, was da wolle - Hauptsache er ist erstmal raus. Das kann nicht funktionieren. Wir suchen die passende Familie zum passenden Hund - und umgekehrt. Nur dann ist gewährleistet, dass beide Seiten miteinander glücklich werden und der Hund nicht zum Wanderpokal wird. Wir werden Ihnen ehrlich und umfassend Auskunft über den Charakter Ihres Wunschhundes geben, erwarten aber von Ihnen im Gegenzug auch eine ehrliche Einschätzung Ihrer eigenen Situation hinsichtlich Erfahrung, Zeit und Vorstellungen über ihr neues Familienmitglied. Bei möglicherweise entstehenden Problemen können und sollen Sie sich jederzeit an uns wenden.

Keine Massenimporte

Wir lehnen es ab, jeden nur irgend möglichen Hund aus Berga nach Deutschland zu holen. Wir streben es nicht an, möglichst viele Hunde zu vermitteln, sondern möglichst viele Hunde gut zu vermitteln. Ein Hund, der eine Chance hat, in Spanien eine gute Familie zu finden, muss diese Chance nutzen dürfen. Unser größtes und wichtigstes Ziel ist es, die Situation vor Ort dauerhaft zum Besseren zu verändern - Hilfe zur Selbsthilfe für die Tierschützer vor Ort. In Anbetracht der desaströsen Situation der heimatlosen Katzen in Deutschland (Tasso schätzt die Zahl der deutschen Straßenkatzen auf 3 Millionen) möchten wir Katzeninteressenten unbedingt einen Besuch in ihrem örtlichen Tierheim nahelegen.

Tierschutz vor Ort

Wir vermitteln Hunde aus Berga nach Deutschland. Warum wir das tun, können Sie hier nachlesen. Langfristig aber muss sich die Situation vor Ort ändern. Es kann und darf keine Mentalität entstehen, dass einem fremde Menschen aus einem anderen Land die Verantwortung abnehmen und man sich deshalb nicht mehr selbst kümmern müsste. So etwas lehnen wir grundsätzlich ab. Durch die gezielte Unterstützung eines bestimmten, sehr verantwortungsvoll und nachhaltig arbeitenden Tierheims helfen wir nicht mehr nur Einzelschicksalen, sondern wir machen den Tierschützern den Rücken frei, Dinge vor Ort zu verändern. So werden Kapazitäten für Aktionen frei, die über die tägliche Versorgung der eigenen Tiere hinaus gehen: Besuche in Schulen zur Aufklärung und Sensibilisierung der nächsten Generation für den Tierschutz, Kastrationen von Straßenkatzen etc. Die enorme Wichtigkeit solcher Aktionen und Projekte darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Sie waren für uns Anlass und Bedingung für unsere Zusammenarbeit mit dem Tierheim Berga.

Transparenz

Als Tierschutzverein wissen wir, dass es unmöglich ist, mit wirklichem Tierschutz Geld zu verdienen. Allein die medizinische Versorgung der Tiere im Tierheim kostet so viel Geld, dass auch nach der Auslagenerstattung nichts übrig bleibt. Wenn wir mit der Vermittlung der Tiere Geld verdienen wollten, müssten wir (wie es leider viele Hundehändler tun) an ihrer Versorgung im Tierheim sparen. Das wäre nicht nur unseriös, sondern außerdem grob fahrlässig und der zukünftigen Familie und erst Recht dem Hund gegenüber mehr als nur unfair. Alle aktiven Mitglieder der Tierschutzinitiative Berga gehen dieser Arbeit ehrenamtlich nach. Wir stecken viel Zeit, aber auch viel eigenes Geld in den Tierschutz - seien es Fahrten zu Vor- oder Nachbesuchen, Transporte oder Telefongebühren. Wir möchten, dass Sie sicher sind, dass Ihre Spenden und Gelder auch wirklich dort ankommen, wofür sie gedacht sind. Deshalb sind wir um größtmögliche Transparenz bemüht. Die Tierschutzinitiative Berga e.V. ist als gemeinnützig anerkannt, natürlich stellen wir Ihnen für Ihre Spende gern eine Spendenquittung aus. Jedem Adoptionsvertrag liegt eine Rechnung über die in Spanien entstandenen Tierarztkosten bei. Die grundsätzlichen Kosten finden Sie außerdem hier aufgelistet. Wir haben nichts zu verbergen, was uns zum nächsten, sehr wichtigen Grundsatz führt:

Legalität

Die Tierschutzinitiative Berga e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Potsdam eingetragen (VR 7845) und vom Finanzamt Hofheim als gemeinnützig anerkannt. Um legal Hunde und Katzen vermitteln und Transporte organisieren zu können, bedarf es in Deutschland der Erlaubnis nach §11 des Tierschutzgesetzes. Uns wurde vom Veterinäramt Potsdam die Sachkunde nach §11, Satz 2 und Satz 3b für Hunde und Katzen bescheinigt und die Erlaubnis erteilt. Unsere Transporte werden beim zuständigen Veterinäramt angemeldet. Auch hierfür besitzen wir die Erlaubnis vom Veterinäramt. Die Transporte entsprechen in jeder Hinsicht der Tierschutztransportverordnung. Alle Tiere reisen mit vollständigem Impfschutz, woraus sich ein Mindestalter ergibt, das über dem Alter liegt, in dem man einen Welpen üblicherweise vom Züchter übernimmt. Selbst wenn der Gesetzgeber hier keine klaren Vorgaben geben würde, wären die Anstrengungen und Risiken der Reise für jüngere Tiere unverantwortlich.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf eine sehr gute Stellungnahme zum Auslandstierschutz von Ulrike Feifar, der wir nichts hinzuzufügen haben.